Aktuelles

01.04.2022 / Aktuelles

Bitten Publikum um Geduld

Die Premiere von »Der zerbrochne Krug« musste kurzfristig verschoben werden. Es ist nicht die erste Absage in den letzten Wochen. Ein Gespräch mit Intendant Steffen Mensching.

Überall wird gelockert, aber wir müssen schon wieder Vorstellungen absagen. Wie hängt das zusammen?

Ich würde mal sagen: dialektisch. Die Zahlen gehen ja auch hoch, weil überall gelockert wird. Für bestimmte Bereiche, etwa das Theater, hat das Auswirkungen, die den Betrieb vorübergehend lahmlegen können. Das ist jetzt bei uns der Fall, die Ansteckung hat das Ensemble erreicht und da ist kein schneller Ersatz möglich.

Wie frustrierend ist das für die Theatermacher und vor allem auch für das Publikum?

Wir haben den  »Zerbrochnen Krug« erneut verschieben müssen, werden ihn aber sicherlich bald zur Premiere bringen. Die Situation ist ja überall ähnlich. Ein Kollege aus Gera erzählte mir gestern, er hätte die Probe für eine Oper an genau der Stelle abbrechen müssen, an der er es 2019 schon einmal getan hatte. Ein Kollege aus Weimar riet ihm daraufhin, die Szene einfach zu streichen. Galgenhumor, zugegeben, aber eben auch noch Humor. Wir können nur an unser Publikum appellieren, die Geduld nicht zu verlieren, sondern mit Gelassenheit und Freundlichkeit zu reagieren. Uns allen fehlen Kunst und Kultur. Aber auch dieses Defizit relativiert sich, wenn man sieht, welches Leid andere Menschen gerade bedrängt.

Wenn ich jetzt bereits Karten gekauft habe, kann ich sie zurückgeben?

Wir versuchen, diese Prozesse so einfach und unkompliziert wie möglich zu gestalten. Auch wenn man selbst krank wird oder in Quarantäne muss, können Besucherinnen und Besucher ihre Karten ohne Schwierigkeiten zurückgeben oder umtauschen!

Wie kann es jetzt mit dem Vorstellungsbetrieb und den Proben weitergehen? Bzw. Was ist der Ausblick auf die kommenden Wochen?

Wir werden so viel spielen und so intensiv proben wie es uns möglich ist, eine vorübergehende Betriebsschließung (die es anderswo gegeben hat) ist nicht geplant. Es genügt ja ein positiver Schnelltest und eine Vorstellung kommt ins Wackeln. Das Orchester kann da oft flexibler reagieren, weil es auf Aushilfsmusiker zurückgreifen kann, im Bereich der Sänger ist es schon schwieriger und eine kurzfristige Umbesetzung im Schauspiel ist voller Tücken. Trotzdem gibt es ja auch in naher Zukunft attraktive Angebote in unserem Haus, z.B. die charmante Geschichte »Mein kleiner Bruder Amadeus« oder unsere Theaterjugendclub-Produktion »VOR?Spiel!«. Die Zuschauer sollten aber weiterhin mit Überraschungen rechnen und sich auf unserer Website informieren. Vor allem am 1. April sollte man lieber zweimal nachfragen, ob sich der Vorhang hebt oder nicht.

Das Gespräch führte Friederike Lüdde.


02.03.2022 / Aktuelles

Benefizveranstaltung für die Ukraine am 4. März

Anstelle der Aufführung von »Hilfe, die Mauer fällt!«, die sowohl am 4. und am 6. März aufgrund von Krankheit entfallen muss, planen wir am 4. März, um 19.30 Uhr im Stadthaus als Ersatz eine Benefinzveranstaltung aus aktuellem Anlass unter dem Titel »Kriegsverbrecher kommen in die Hölle«!

Der ukrainische UNO-Botschafter Sergiy Kyslytsya hat seinem russischen Kollegen in New York erklärt, dass es »für Kriegsverbrecher kein reinigendes Fegefeuer gibt«, sie werden ohne Aufschub und für immer in die Hölle verbannt. Die Führung in Moskau zeigt sich von dieser Warnung unbeeindruckt und setzt die Aggression gegen die souveräne Ukraine fort. Charkiw und Kiew werden belagert und bombardiert, die Opferzahlen unter der Zivilbevölkerung steigen. Mehr als eine halbe Million Frauen, Alte und Kinder sind auf der Flucht.

Schauspielerinnen und Schauspieler lesen Texte ukrainischer, deutscher und russischer Autorinnen, für ein friedliches Leben und gegen den Irrsinn des Krieg. Wir bitten an diesem Abend um Geldspenden für unsere ukrainische Partner-Gemeinde, den Rayon Dolyna.


28.02.2022 / Aktuelles

Intendant Steffen Mensching erhält Berliner Literaturpreis

Wir gratulieren: Der diesjährige Berliner Literaturpreis wird an unseren Intendanten Steffen Mensching verliehen. Die Stiftung Preußische Seehandlung ließ verlauten: Mensching überzeugte die Jury durch seinen Facettenreichtum als Lyriker in den 1980er Jahren, denn so »lakonisch er damals die Wirklichkeit der späten DDR in den Blick nahm«, erzeugt er eine erzählerische Dichte in seinen Romanen der späteren Jahre wie Jacobs Leiter (2003), Lustigs Flucht (2005) und Schermanns Augen (2018).
Steffen Mensching reagierte der Stiftung nach auf die Auszeichnung mit folgenden Worten: »Ich bin sehr dankbar für diesen Preis, denn ich fühle mich als Berliner Autor, weniger weil ich hier geboren wurde, viel mehr, weil der Witz und Jargon der Stadt mein Denken und Sprechen prägten und ihre komplexe und komplizierte Geschichte mich zum Schreiben drängte.«

Der Berliner Literaturpreis der Stiftung Preußische Seehandlung ist verbunden mit einer Berufung auf die Gastprofessur für deutschsprachige Poetik am Peter Szondi-Institut für Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft an der Freien Universität Berlin und wird am 30. März 2022 feierlich durch die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey im Roten Rathaus überreicht. Die Laudatio wird Dr. h. c. Friedrich Dieckmann halten.