Aktuelles

12.09.2022 / Allgemein

Oliver Weder zum Generalmusikdirektor ernannt

Oliver Weder wurde mit Beginn der Spielzeit 2022/23 zum Generalmusikdirektor ernannt

Der Chefdirigent der Thüringer Symphoniker, Oliver Weder, ist zum Generalmusikdirektor ernannt worden. Die Entscheidung unseres Aufsichtsrates gab Intendant Steffen Mensching gestern bekannt. Oliver Weder leitet unser Traditionsorchester seit 25 Jahren. Wir gratulieren ihm herzlich!

Der gebürtige Hesse studierte in seiner Vaterstadt Frankfurt am Main bei Jiri Starek, Bernhard Kontarsky und Rolf Reinhard und konnte 1992 seine Dirigentenausbildung mit einem Stipendium bei Ilja Musin am St. Petersburger Konservatorium vervollkommnen. Ein erstes Engagement führt den jungen Kapellmeister anschließend an das Staatliche Akademische Opern- und Ballettheater Perm am Fuße des Urals. 1994 holte Valery Gergejew ihn als Assistenten für das deutsche Repertoire an das Mariinsky-Theater in St. Petersburg, zeitgleich wurde er zum Chefdirigenten an das Rimsky-Korsakow Opern- und Balletttheater des Konservatoriums berufen. Hartmut Haenchen holte ihn zu Produktionen an die Oper Amsterdam und zur Niederländischen Philharmonie, darüber hinaus dirigierte Oliver Weder Opernproduktionen in Korea, für das Savonlinna-Festival Finnland, bei den Hamburger Sinfonikern, den Theatern in Weimar, Magdeburg, Trier und Gera. Er gastierte von Israel bis in die USA in über 20 Ländern der Welt und lehrte am Petersburger Konservatorium und an den Musikhochschulen Frankfurt und Mainz, sowie im Rahmen des »Forums Dirigieren« des Deutschen Musikrates.

Seit 1997 steht Oliver Weder den Thüringer Symphonikern Saalfeld-Rudolstadt und dem Musiktheater in Rudolstadt als Chefdirigent und Musikalischer Oberleiter, neuerdings als Generalmusikdirektor, vor.


07.09.2022 / Allgemein

Vorverkauf für Silvester startet

Bereits 2019 begrüßte Kaiserin Sissi das Publikum zum Silvesterkonzert in Bad Blankenburg

Am 12. September startet der Vorverkauf für das beliebte Silvesterkonzert der Thüringer Symphoniker. Das Konzert unter dem Titel »Sissi in Budapest« wird am 31. Dezember, um 15 und um 19.30 Uhr in der Stadthalle Bad Blankenburg mit heiter-schwungvollen Melodien wie Csárdás und Walzer für einen festlichen Jahresausklang sorgen. Die Nachfrage ist bereits groß.

Die musikalische Reise führt am Silvesterabend in ein Land, dessen glanzvolles musikalisches Erbe durch die Operette unsterblich wurde: in das Königreich Ungarn. Direkt ins Ohr und Herz gehen die berühmten Melodien aus den Operetten von Emmerich Kálmán, Paul Abraham und Johann Strauß. Der »Zigeunerbaron«, die »Gräfin Mariza« und natürlich auch die »Juliska aus Budapest« werden sich die Ehre geben. Als Solisten begrüßen die Thüringer Symphoniker mit Raffaela Lintl (Sopran) und Michael Siemon (Tenor) zwei hochkarätige Gesangssolisten, die schon am Teatro di San Carlo in Neapel, der Staatsoper Hamburg, der Oper Köln und im Musikverein Wien Erfolge gefeiert haben. Die Reiseführerin durch dieses Konzert ist niemand anderes als Ihre Kaiserliche Hoheit höchstpersönlich, Elisabeth von Österreich, besser bekannt unter dem Namen Sissi. Gemeinsam mit dem Chefdirigenten der Thüringer Symphoniker, Oliver Weder, wird Annika Rioux als Kaiserin einige pikante Geheimnisse über Kaiser Franz Joseph I. von Österreich und die Wiener Gesellschaft verraten.

Eintrittskarten mit und ohne Bustransfer sind an ausgewählten Vorverkaufsstellen verfügbar. Dazu zählen die Theaterkasse in der KulTourDiele, telefonisch erreichbar unter 03672/4501000, die Touristinformationen in Rudolstadt und Saalfeld sowie die Stadthalle Bad Blankenburg. Ebenso in den Verkauf geht die Silvester-Veranstaltung im Großen Haus. Mit »Mein Freund Harvey« steht am 31. Dezember, um 19.30 Uhr eine Komödie von Mary Chase auf dem Programm. Zu beiden Veranstaltungen gibt es zur Begrüßung einen Sektempfang.


17.05.2022 / Aktuelles

Vorgestellt: Spielzeit 2022/23

Oliver Weder, Michael Kliefert, Steffen Mensching, Jörg Reichl, Mathias Moersch, Andreas Appelt, Jan Weyh

Wir haben heute unseren Spielplan für die Saison 2022/23 veröffentlicht! Mit 23 Premieren von Schauspiel über Oper, Junges Theater bis hin zu Ballett sowie zahlreichen Konzerten wollen wir nach zwei ausgebremsten Corona-Jahren wieder in die Vollen gehen. Der thematische Schwerpunkt liegt diesmal auf der Uraufführung des viel gepriesenen Deutschlandromans »Herscht 07769« von László Krasznahorkai, der in Thüringen spielt und auf den ersten Blick Unvereinbares wie Angela Merkel, Johann Sebastian Bach, Neonazis, Wölfe und die Auslöschung der Welt miteinander verbindet, gab Intendant Steffen Mensching heute bekannt.

Die Saison 2022/23 steht unter dem ambivalenten Motto des Hauspatrons Friedrich Schiller: »Ich bin mein Himmel und meine Hölle«. »Es gibt nicht nur die grauenvollen Schlachtfelder des Krieges, sondern auch die abgründigen Schlachtfelder im Inneren des Menschen. Von ihnen handelt das Theater seit Urzeiten«, begründete Kliefert die Wahl. »Das Motto trifft zudem genau den Kern unserer brisanten Uraufführung, bei der sich die Hauptfigur Florian Herscht von einem friedliebenden Kindsmann in einen Racheengel verwandelt«. Dennoch wird die neue Spielzeit auch viel Komödiantisches im Gepäck haben und Menschen in den Mittelpunkt stellen, die versuchen den Bedrückungen des Lebens beherzt und mit wachem Sinn entgegenzutreten.

Die großen Schauspiel-Premieren im Stadthaus starten mit »Mein Freund Harvey« (17.09.2022, Regie: Herbert Olschok), einem liebenswerten Broadway-Klassiker aus den 1950er Jahren von Mary Chase. Elwood P. Dowd zieht darin mit seinem unsichtbaren Freund, einem übergroßen weißen Hasen namens Harvey, durch die Kneipen und verbreitet Frohsinn und menschliche Wärme. Doch wie viel Verrücktheit kann eine Gesellschaft vertragen, und was ist eigentlich verrückt, fragt das Stück. In der Komödie »Die Studentin und Monsieur Henri« (08.10.2022, Regie: Herbert Olschok) von Ivan Calbérac verläuft nicht alles nach Plan. Der griesgrämige Witwer Henri will seinen Sohn mit der attraktiven Studentin Constance verkuppeln. Aber am Ende kommt doch alles anders. Unter dem Titel »Frühstück bei Monsieur Henri« wurde die charmante Familiengeschichte im Jahr 2015 erfolgreich verfilmt. Im November feiert dann die Theater-Adaption von »Herscht 07769« (26.11.2022, Regie: Alejandro Quintana) seine Uraufführung. Mit sprachlichem Witz, Sarkasmus und detaillierter Thüringer Ortskenntnis gelingt dem renommierten ungarischen Autor László Krasznahorkai in seinem Roman eine bestechende und zunehmend phantastische Beschreibung des Lebens in einer fiktiven ostdeutschen Kleinstadt namens Kana, unweit von Rudolstadt gelegen. Protagonist ist der naive wie überaus kräftige Florian Herscht. Seine Sorge gilt dem Verschwinden des Universums im Nichts. Aber statt als ein großer Knall im Kosmos kommt die Gefahr für Leib und Leben aus unmittelbarer Nähe. Florian nimmt den Kampf auf, um der Welt das Böse und das Chaos auszutreiben. Die Musik von Bach mit ihrer Schönheit und Klarheit hilft ihm dabei. »Wir empfinden es als große Auszeichnung, die Uraufführung dieses bedeutenden Gegenwartsromans unter mehreren Mitbewerbern nach Rudolstadt geholt zu haben», betonte Chefdramaturg Kliefert. «Auch erhoffen wir uns durch die opulente Inszenierung eine große Aufmerksamkeit in den Medien und bei den politisch interessierten Zuschauern.«

Als nächste Premiere folgt die Bühnen-Adaption von vier Folgen der beliebten TV-Serie »Der Tatortreiniger« (28.01.2023, Regie: Markus Fennert) von Mizzi Meyer. »Mit diesem populären Format wollen wir die von TV-Serien verwöhnten Zuschauer wieder zum Gang ins  Theater verführen«, so Kliefert. »Die kammerspielartigen Einakter haben einen großen Reiz, da sie stets relevante Alltagshemen humorvoll verhandeln.« Als Tatortreiniger wird »Schotty« auch in Rudolstadt die traurigen Überreste schwerer Verbrechen beseitigen und dabei auf seine lakonische wie lebensbejahende Art den Betroffenen sein Ohr und seinen gesunden Menschenverstand leihen. Die Salonorchester-Revue »Liebe hin, Liebe her« (17.02.2023, Szenische Einrichtung: Michael Kliefert/Steffen Mensching), ein Gemeinschaftsprojekt von Schauspiel und Thüringer Symphonikern, widmet sich dem schier unendlichen Fundus an traurigen Lovestorys, komischen Liebesbeweisen, unsterblichen Pop-Songs, Schlagern und Chansons. Eines der berühmtesten Liebespaare wird zur letzten Schauspiel-Premiere im Stadthaus die Bühne betreten: »Romeo und Julia« (25.03.2023, Regie: Kathrin Brune). In den gewaltsamen Konflikt der Elternhäuser gedrängt, zeigt sich ihre kompromisslose Liebe als Akt des Widerstands und gelebte Revolte. Shakespeares erste große Tragödie ist ein Meisterwerk der lyrischen Theaterkunst.

Das Sommertheater-Open-Air auf der Heidecksburg lüftet »Das Geheimnis der drei Tenöre« (16.06.2023, Regie: Philippe Besson). Opernhafte Eifersuchtsfälle, kuriose Wendungen und ein liebevoll-ironischer Blick hinter die Kulissen sind das Markenzeichen dieses nächsten Sommertheaters, das sowohl Schauspiel- als auch Opernfreunde in seinen Bann ziehen will.

Das Musiktheater kommt auch in der neuen Spielzeit dank einiger Kooperationspartner nach Rudolstadt und Saalfeld. Mozarts Oper »Così fan tutte« (22.10.2022, Inszenierung: Matthias Kitter) ist eine Parabel über die Liebe und ihre Verletzlichkeit, über menschliche Beziehungen und ihre Veränderungen. Einen musikalischen Kontrast beschert »Die lustige Witwe« (15.04.2023, Inszenierung: Maria Riccarda Wesseling) von Franz Lehár. Mit ihren unzähligen Ohrwürmern wie dem »Vilja-Lied« oder »Lippen schweigen« hat die Operette bis heute nichts an Anziehungskraft eingebüßt. Beide Premieren finden als halbszenische Aufführungen in Kooperation mit dem Theater Nordhausen statt. Ebenfalls aus Nordhausen kommt die Ballett-Premiere »Die Winterreise oder Stationen einer Flucht« (07.01.2023, Choreografie: Ivan Alboresi) mit Musik von Franz Schubert und Davidson Jaconello. Ballettdirektor Ivan Alboresi überführt das seelische Erleben der einzelnen Lieder des berühmten Zyklus‘ in bewegte Bilder mit intimen Choreografien, die zur Auseinandersetzung mit dem eigenen Leben anregen sollen. Zusammen mit der Hochschule für Musik und Theater »Felix Mendelssohn Bartholdy« Leipzig, die sich neuerdings als feste Kooperationspartnerin etabliert hat, wird Carl Orffs Oper »Die Kluge« (04.03.2023, Inszenierung: Tilman aus dem Siepen) erklingen. Zur Urraufführung 1943 gelang es dem Komponisten, im Gewand des grimmschen Märchenstoffes über die kluge Bauerntochter subversive Sätze wie »Wer die Macht hat, hat das Recht, und wer das Recht hat, beugt es auch, denn überall herrscht Gewalt« unterzubringen.

Im Schminkkasten entwirft die Komödie »Fehler im System« (24.09.2022, Regie: Esther Undisz) von Folke Braband eine humorvolle Vision eines Alltags, in dem KI und Robotertechnik die Traumfrau oder den Traummann ersetzen. Zur Vorweihnachtszeit stimmt »Die Nacht der Nächte« (01.12.2022, Szenische Einrichtung: Katja Stoppa), ein literarisch-musikalisches Programm, auf die Festtage ein. In der Reihe der großen deutschen Komödianten bekommt anlässlich seines 100. Geburtstages kein Geringerer als Loriot einen eigenen Abend: »Das Ei ist hart« (29.4.2023, Regie: Mario Holetzeck).

Die Konzertsaison reizt erneut die Grenzen klassischer Musik aus. In der Sinfoniekonzertreihe vereinen die Thüringer Symphoniker und Chefdirigent Oliver Weder Gegensätzliches wie die Tangotänzerin Christiane Palha, ein Gedenkkonzert zum Totensonntag oder ein Defilee junger Dirigiertalente des Deutschen Musikrates miteinander. Programmatisch harmoniert das 4. Sinfoniekonzert mit der Schauspiel-Premiere von »Romeo und Julia«.  Im 5. Sinfoniekonzert werden Jugendliche ihr selbst komponiertes »Minimal-Music«-Werk, das zuvor in einem Ferienworkshop erarbeitet wurde, zur Aufführung bringen. Mit namhaften Solisten wie der Geigerin Ervis Gega, Joel von Lerber an der Harfe oder Alexander Schimpf, Klavier, begegnen dem Publikum bereits liebgewonnene Bekannte. Die Schlosskonzerte im Rokokosaal der Heidecksburg und in der Schlosskapelle Saalfeld bieten neuen Orchestermitgliedern eine solistische Bühne. Beim Weihnachtskonzert blicken die Thüringer Symphoniker auf »Weihnachten in Versailles«, und das Silvesterkonzert in der Stadthalle Bad Blankeburg feiern sie mit »Sissy in Budapest«.

Das Junge Theater und Konzert bringt vor allem Kindern ab 10 Jahren ein üppiges Programm. Die Gastspiele des Landestheaters Eisenach werden im theater tumult und im Stadthaus zu erleben sein. Mit »All das Schöne« (12.10.2022, Regie: Linda Ghandour) von Duncan Macmillan, »Krabat« (24.02.2023, Regie: Jule Kracht) nach Otfried Preußler, »Die Leiden des jungen W.« (10.05.2023, Regie: Juliane Kann) von Ulrich Plenzdorf und nicht zuletzt mit »Bromance« (23.05.2023, Regie: Klaus Köhler) ist das Angebot für diese Altersgruppe in der kommenden Spielzeit besonders groß aufgestellt. Kinder ab drei Jahren können mit dem Kinderliederkonzert »Allerlei Gefieder« (20.09.2022) von und mit Ingo Lößer und »Unterm Kindergarten« (25.01.2023, Regie: Christoph Macha) von Eirik Fauske erste Theatererfahrungen sammeln. Als Weihnachtsmärchen wird erneut »Rumpelstilzchen« (04.11.2022, Regie: Kristine Stahl) für Kinder ab fünf Jahren zu sehen sein, da im letzten Jahr zahlreiche Aufführungen aufgrund der Pandemie ausfallen mussten. Wieder gezeigt für diese Altersgruppe wird ebenfalls »Die Moldau – Herr Smetana und der kleine Mann im Ohr« (04.05.2023) als Theaterkonzert mit Puppenspiel und Live-Orchester, eine Kooperation mit Peter Lutz und TheaterFusion, Berlin. Mit Sonderlingen in der Gesellschaft beschäftigt sich der TheaterJugendClub in seinem neuen Stück »Eulenspiegeleien« (27.04.2023, Regie: Friederike Dumke).

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