Blütenträume

Premiere am 22. November 2008, Großes Haus

Schauspiel von Lutz Hübner

  Wirst du mich lieben, immer noch lieben, wenn ich 64 bin?, so trällerte Udo Lindenberg in den 70ern unbeschwert zu einer Beatlesmelodie. Die sieben Helden von Lutz Hübners Komödie sind von dieser Frage ganz direkt betroffen. Fast alle sind sie über 60, geschieden oder verwitwet, leben seit Jahren allein und hoffen im Stillen, es gäbe jemanden, den sie am Morgen irgendetwas fragen könnten, z. B.: »Schatz, kannst du mir mal die Butter reichen?« Statistisch gesehen, kein Problem – genug Männer und Frauen stecken im gleichen Dilemma. Aber wie, wo und wann lernt man die Schicksalsgenossen kennen? Und wird man bei der ersten Gelegenheit nicht kläglich versagen, die Nerven verlieren, kein Wort herauskriegen, sich lächerlich machen? Glücklicherweise bietet diese Republik für verschiedenste Notlagen diverse Hilfsprogramme. Und so trifft sich ein Häuflein sehnsüchtiger Senioren im Flirt-Kurs »55Plus« der örtlichen Volkshochschule. Unter sachkundiger Anleitung wird den Liebesveteranen beigebracht, was sie unternehmen können, damit auch im reiferen Alter die Blütenträume wieder reifen. Flirten ist, so müssen sie erfahren, nicht nur eine Begabung, sondern harte Knochenarbeit, die den Einsatz engagierter Profis verlangt. Der Kurs scheitert. Die Damen und Herren verlassen das Parkett und ihren knackigen Emotionsdompteur, um einen viel besseren Plan auszuhecken. Ehrlich, komisch und lebensnah erzählt diese berührende Komödie von Sehnsüchten und Verletzungen sowie dem Wagnis, den ersten Schritt zu tun. Angeblich ist Essen der Sex des Alters: Hübners Helden machen Mut, sich nicht mit kulinarischen Genüssen abspeisen zu lassen.   ? ? ? Wenn ich mal alt bin, die Haare sind futsch im Jahr 2010, wirst du dann immer noch bei mir sein? Uh, das fänd‘ ich schön … wenn ich senil bin mit‘m riesigen Bauch ’nem schönen Doppelkinn, wirst du mich lieben, immer noch lieben, wenn ich 64 bin? Udo Lindenberg  


Stückinfos

Premiere: 22.11.2008


Mitwirkende

Regie: Jörg Foth
Ausstattung: Helke Hasse