2. Sinfoniekonzert

Barockes Pathos

Johann Sebastian Bach/Hideo Saito: Chaconne aus der Partita in d-Moll (BWV 1004) für Orchester
Max Bruch: Violinkonzert g-Moll op. 26 (1868)
Johannes Brahms: 3. Sinfonie F-Dur op. 95 (1884)
»Barock« war ursprünglich ein abschätziger Begriff. Er entstand zu einem Zeitpunkt, als man für »schiefrunde Perlen« (portugiesisch: barocco) nicht mehr viel übrig hatte. Ab dem 19. Jahrhundert erfuhr die Epoche eine Renaissance und Aufwertung. Die Wiederentdeckung der Werke Johann Sebastian Bachs durch die Berliner Singakademie spielte dabei eine zentrale Rolle. Eine unübersehbare Menge von Bearbeitungen seiner Solowerke entstand. Besonders reizte die Komponisten Bachs geheimnisvolle Chaconne aus der Partita für Violine in d-Moll, ebenso den Japaner Hideo Saito (1902–1974). Seine Orchestrierung, die zwischen Empfindsamkeit und Pathos changiert, erinnert in ihrer Wucht an klassische Hollywood-Musiken. Auch Max Bruchs Violinkonzert weist barocke Züge auf: Pompös öffnet sich der orchestrale Theatervorhang, dem sich ein filigranes Solo der Violine anschließt.

Johannes Brahms war ebenfalls stark von der kontrapunktischen Arbeit Bachs beeinflusst. Er schuf eine Bearbeitung der Chaconne für Klavier solo. Einzelne barocke Elemente, wie den markant tickenden Bass im menuettartigen Scherzo, kann man in seiner 3. Sinfonie heraushören. Zugleich ertönt in diesem Werk viel romantischer »Zauber des Waldes«, wie Clara Schumann nach der Uraufführung schrieb.

Für das 2. Sinfoniekonzert der Thüringer Symphoniker konnte die renommierte albanische Geigerin Ervis Gega gewonnen werden. Sie ist u. a. Preisträgerin des International Yfrah-Neaman Violinwettbewerbs und des Emily English Awards.


Stückinfos

Spielort: Saalfeld, Meininger Hof


Mitwirkende

Musikalische Leitung: Oliver Weder
Es spielen: Thüringer Symphoniker

Violine: Ervis Gega