6. Sinfoniekonzert

»Aus ferner Zeit« – Werke von Beethoven, Arutjunjan und Schubert

– Programmänderung –

Ludwig van Beethoven: Egmont op. 84, Ouvertüre zu Johann Wolfgang von Goethes Trauerspiel
Alexander Arutjunjan: Konzert für Trompete und Orchester
Franz Schubert: Sinfonie Nr. 4 in c-Moll »Tragische«

Freiheitskampf und Sieg eines Volkes über seine Unterdrücker. Davon handelt die Ouvertüre zu Goethes Trauerspiel »Egmont«. Ludwig van Beethoven komponierte die Schauspielmusik für den von ihm hochverehrten Dichter vor dem Eindruck des Bombardements Wiens durch Napoleon. Sein Werk lässt die Hörerinnen und Hörer die Tiefen und den Schmerz von Unterdrückung nachempfinden, aber auch die höchsten Gefühle von Hoffnung und Befreiung. Goethe selbst spricht von Beethovens bewundernswertem Genie in der Umsetzung seines Werkes. Es ist eine glühende, zugleich persönlich motivierte, Komposition zu einem Stück, das auch heute nichts von seiner Aktualität verloren hat. Einer ähnlichen, aber anders treibenden Welt entstammt das Trompetenkonzert des armenischen Komponisten Alexander Arutjunjan. Es präsentiert das rhythmische Feuer und die Improvisationsfreude der armenischen Volksmusik in neoklassizistischem Gewand. Durch beide Stücke weht der Geist der Veränderung, des Auflehnens und des Aufschwungs. So auch durch das letzte Werk des Sinfoniekonzertes: Schuberts 4. Sinfonie trägt den Beinamen »Tragische«. Nach den vorherigen eher konventionellen Sinfonien verlangte es den gerade erst 19-jährigen Schubert nach Aufbruch – nach einer Wende in seinem kompositorischen Schaffen. Kaum eine Tonart wäre dafür besser geeignet als c-Moll. Bereits durch ihre Vertreterwerke, wie Beethovens 5. Sinfonie, oder Mozarts c-Moll-Fantasie bedeutungsschwanger aufgeladen, sollte sie der ideale Grundstein für ein bahnbrechendes Werk sein, nämlich sein Versuch über den formvollendet-melodischen Gesangskomponisten hinaus zu reichen. Wenn die Sinfonie in Gehalt und Form auch nicht ganz so weit über die Konventionen hinausreicht, wie es sich Schubert vielleicht im Vorfeld gedacht hatte – wie soll das nach dem übermächtigen Beethoven auch gelingen? –, so ist ihr Platz im Konzertkanon doch mehr als verdient.

Der Solist des Abends, Evgeny Liatte, war 1. Trompeter des Mariinsky-Theaters Sankt Petersburg, bevor wir ihn als Solotrompeter für die Thüringer Symphoniker gewinnen konnten.


Stückinfos

Spielort: Saalfeld, Meininger Hof


Mitwirkende

Trompete: Evgeny Liatte

Es spielen: Thüringer Symphoniker