4. Sinfoniekonzert

In Beethovens Schatten

Ludwig van Beethoven: Violinkonzert D-Dur op. 61 (1806)
Anton Bruckner: 9. Sinfonie d-Moll WAB 109 (1896)

Selbst für Ludwig van Beethoven war es eine echte Herausforderung: Wie ließ sich der anspruchsvolle erste Satz seiner Neunten Sinfonie im Finale noch überbieten? Spätere Komponisten beschäftigte diese Frage derart intensiv, dass sie an eigenen Projekten verzweifelten oder diese gar nicht beendeten. Auch Anton Bruckner arbeitete lange an seinen sinfonischen Finalsätzen. Von einigen existieren gleich mehrere Fassungen. Der Schluss seiner letzten Sinfonie, ebenfalls einer Neunten, blieb sogar unvollendet. Dieses Mammutwerk sprengt formal alles bisher Dagewesene im sinfonischen Format. Der Komponist monumentalisiert Beethovens Klangwelt durch ein größeres Orchester und eine Erweiterung der Satzformen, er setzt Dissonanzen so exponiert ein, dass man schon die Tonalität der Avantgarde der Jahrhundertwende erahnen kann. Dabei entwickelte er Wagners Ansatz der harmonischen Mehrdeutigkeit weiter. Außer Sinfonien schrieb der tiefreligiöse Bruckner größtenteils geistliche Werke. Dass er kein Instrumentalkonzert hinterließ, lag vielleicht auch an Beethovens künstlerischem Schatten. Mit seinem Violinkonzert in D-Dur hatte dieser für künftige Nachfolger hohe Maßstäbe gesetzt. Violine und Orchester verschmelzen zu einer klanglichen Komplexität, wie man sie zuvor nicht gekannt hatte.

Solistin dieses außergewöhnlichen Konzertabends ist Maria Solozobova. Sie konzertierte bereits mit Martha Argerich, Mischa Maisky, Yuri Bashmet, Maria Joao Pires, Vladimir Ashkenazy und Sol Gabetta.


Stückinfos

Spielort: Saalfeld, Meininger Hof


Mitwirkende

Musikalische Leitung: Oliver Weder

Violine: Maria Solozobova


Termine

Fr, 17.01.2020, 19:30 Uhr
Saalfeld, Meininger Hof
Bustransfer

Karten


Sa, 18.01.2020, 19:30 Uhr
Saalfeld, Meininger Hof
Bustransfer

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