1. Sinfoniekonzert

»Auftakt in Moll« – Werke von Kalinnikow, Borodin und Rachmaninow

Vasili Kalinnikow: Ouvertüre »Zar Boris« (1898)
Alexander Borodin: 3. Sinfonie a-Moll (1886/87)
Sergej Rachmaninow: 3. Klavierkonzert d-Moll op. 30 (1909)

Kein Geringerer als Peter Tschaikowski bekam das Angebot, die Musik zu Alexei Tolstois Tragödie »Zar Boris« zu schreiben. Da jener ablehnte, ergriff der weit weniger bekannte, wesentlich jüngere Vasili Kalinnikow die Gelegenheit und schuf mit der Bühnenmusik eines seiner bedeutendsten Werke. Angelehnt an die opulente russische Klangsprache von Tschaikowski, Rimski-Korsakow und Borodin war er – bevor er mit knapp 35 Jahren starb – auf dem besten Wege, sich einen Platz im Olymp der großen russischen Komponisten zu sichern.

Alexander Borodin gehörte als Mitglied des »Mächtigen Häufleins« nicht nur zu den einflussreichsten russischen Musikern seiner Generation. Er war im Hauptberuf Mediziner und Professor für Organische Chemie. Der plötzliche Tod 1887 verhinderte die Fertigstellung seiner 3. Sinfonie. Der Komponist Alexander Glasunow, der über ein außergewöhnliches Gedächtnis verfügte, schrieb den ersten Satz, den Borodin ihm wenige Tage vor seinem Tod auf dem Klavier vorgespielt hatte, später aus seiner Erinnerung nieder. Wenn Borodin auf dem Klavier ein begnadeter Dilettant war, so galt Rachmaninow zu Lebzeiten als Ausnahmevirtuose. Mit seinen Klavierkonzerten schuf er Schätze der Musikgeschichte, die Solisten noch heute an ihre Grenzen führen. Obwohl das dritte Klavierkonzert wegen seiner extremen Anforderungen oft als »Elefantenkonzert« apostrophiert wird, blieb Rachmaninow auch hier seinem Motto treu: »Die Musik muss aus dem Herzen kommen und zu Herzen gehen.«

Der junge russische Ausnahmepianist Nikolai Tokarev, der für den erkrankten Lukáš Vondráček kurzfristig einspringt, ist bei Sonymusic unter Vertrag. Arte, ZDF und BR brachten Filmporträts über das einstige Wunderkind, das den Sprung auf die großen Konzertbühnen der Musikzentren dieser Welt geschafft hat. Tokarew konzertierte mit der Camerata Salzburg, dem BBC Symphony, den Münchner Philharmonikern, den Bamberger Symphonikern und anderen. In Saalfeld ist er erstmals zu hören.


Mitwirkende

Klavier: Nikolai Tokarev
Musikalische Leitung: Oliver Weder