Neue Gesichter am Theater – Judith Zieprig

Judith Zieprig ist seit dieser Spielzeit neue Schauspieldramaturgin unseres Hauses. Nach Abschluss ihres Germanistik- und Geschichtsstudiums in Dresden sowie der Theaterwissenschaften in Leipzig, zog es Judith zunächst ans Theater in Radebeul (Sachsen). Ganz bewusst hat sie sich mit Rudolstadt wieder für eine Kleinstadt als neuen Arbeitsort entschieden.

»Mir ist es wichtig, Theater für die Menschen zu machen«, erklärt sie zuversichtlich. »Man hat hier vielleicht die Möglichkeit, Leute zu begeistern, die sich vorher nicht in diesem Kreis befunden haben. Das kann eine höhere Relevanz und Strahlkraft haben, als in größeren Städten«, merkt Judith an. Denn dort gäbe es »ein festes, homogenes Publikum, das sowieso regelmäßig kommt«. Gelingt es, neue Zuschauer zu gewinnen, dann kann Theater für diese Menschen »tatsächlich lebensverändernd sein«.

Sie will, dass Theater »den Menschen etwas sagt«. Als Beispiel dafür nennt sie die Inszenierung »Vor Sonnenaufgang«, von Ewald Palmetshofer nach Gerhart Hauptmann, an der sie als Dramaturgin mitwirkte. »Viele aktuelle Debatten über Werte und Wertemodelle, tendenziell linksgerichtete Meinungen und rechtskonservative Ansichten, die sich gegenüberstehen« werden in diesem Stück am Beispiel einer Familie thematisiert.

Freuen kann sie sich erneut darauf, ein Stück mit Michael Kliefert, dem Chefdramaturgen des Theaters, zu begleiten. Dabei handelt es sich um die Aufführung des weltbekannten »Hamlet«, welche am 25. Januar 2020 im Theater im Stadthaus Premiere feiert. Ein Stück von Shakespeare, das Judith erstmalig als Dramaturgin betreut.

»Wenn man als Dramaturgin arbeitet, ist es natürlich gut, wenn man generell gerne liest. Das ist bei mir der Fall«, entgegnet Judith auf die Frage nach ihren außerberuflichen Interessen. Seit ihrer Kindheit schlüpft die Dramaturgin leidenschaftlich gern durch Bücher in andere Welten.

»Ich gehe auch joggen. Das brauche ich, weil ich so viel sitze.«, fügt Judith amüsiert hinzu. Noch dazu kann sie sich seit den 90er Jahren für die Ursprünge des Hip-Hop begeistern.
»Was ich dafür wirklich hasse ist, wenn mich fremde Menschen im Straßenverkehr oder im öffentlichen Raum versuchen zu erziehen, während ich mit dem Fahrrad unterwegs bin«, lacht Judith. Im Gegensatz dazu liebt sie es, »wenn man zusammen kocht und sich dafür Zeit nimmt. Vielleicht schätze ich das sogar noch mehr, als das Essen an sich.«

Der Kindheitstraum, auf der Bühne zu agieren und womöglich Schauspielerin zu werden, hat sich im Laufe der Zeit auf die Arbeit hinter der Bühne verlagert. Sie genießt die Vielseitigkeit des Lesestoffs und die Möglichkeiten, ständig etwas Neues zu lernen, denn »man weiß ja noch längst nicht alles«.

 

Das Gespräch führte Maria Seipold

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