Hase Hase

Komödie von Coline Serreau

Aus dem Französischen von Marie Besson

Eigentlich ist die Welt der Familie Hase in Ordnung. Nur der kleinste Sohn hat Ärger mit seiner Französischlehrerin. Papa ist seltsam verschwiegen und Bébert, der Medizin studiert, beklagt sich über die Nachtdienste in der Notaufnahme. Doch Mama Hase hat den Laden im Griff, auch wenn alles immer teurer wird und die Gerichtsvollzieher schon vor der Tür stehen. Dann überschlagen sich die Ereignisse. Jeannot, der mittlere Sohn, der angeblich in Brüssel einen tollen Job hat, stürzt herein, sucht ein Versteck, weil ihn die Polizei verfolgt; die Tochter Marie und Lucie kommen wenig später, weil ihre Beziehungen gerade krachen gehen; Vater gesteht, dass er seit Tagen arbeitslos ist, und Hase Hase, das kleine Mathematikgenie, ist vom Gymnasium geflogen und klaut Science-Fiction-Bücher. Irgendwann geht eine Bombe hoch, und das ganze Land wird unter Polizeiaufsicht gestellt. Womit niemand rechnet, ist, dass die Familie einen Plan ausheckt, um Bébert aus der Untersuchungshaft zu befreien, dass man gegen Mutter Hase und ihre große Liebe sowieso nichts machen kann und dass Hase Hase, der Sohn mit den vorstehenden Zähnen, in direktem Kontakt mit Außerirdischen steht. »Dieses Leben ist völlig versaut.«, sagt Papa irgendwann zu seinem kleinen Sohn, aber am Ende werfen die Soldaten die Gewehre weg, werden zu Mädchen und beginnen zu tanzen.

Das Erfolgsstück der französischen Autorin und Filmemacherin Coline Serreau aus den 80er Jahren erlebt gegenwärtig eine fröhliche Renaissance auf europäischen Bühnen. Ihr komödiantisches Pladoyer für Optimismus und Überlebenskunst in finsteren Zeiten ist ein Glücksfall, der die Verzweiflung überwindet, um das Lachen zu retten.

Wir danken der Kanzlei Braun & Koltermann-Drieling für ihre Unterstützung im Rahmen der Stückpatenschaft.


Pressestimmen

Kritik aus der Ostthüringer Zeitung
18.03.2019, von Ulrike Merkel

»Zu Balkanklängen wiegen die Mitglieder der Familie Hase sanft die Hüften. Obwohl jeder vor den Scherben seines Lebens steht, wollen sie das Beste daraus machen. Immerhin haben sie ja noch sich, die Familie.« − Mit diesem »beschwingten Gefühl« entlässt Regisseur Alejandro Quintana das Publikum in die Pause, wie Ulrike Merkel in der OTZ schreibt. Nach der Pause aber folgt ein »radikaler« Bruch, und die »flotte Sozialkomödie« entwickelt sich »plötzlich zum totalitären Science-Fiction-Szenario«, das ihr doch »sehr schräg daherkommt«. Dennoch hebt sie die Leistung der Schauspieler*innen hervor, wie Verena Blankenburg, die als Mama Hase mit »handfester mütterlicher Wärme, viel Tat- und Durchsetzungskraft und liebenswert schalkhaftem Lächeln« das Publikum zu berühren vermag oder Anne Kies. »Ihr Hase kann so verletzlich drein schauen und so märchenhaft glücklich sein, so in Musik aufgehen und so federleicht über die Bühne hüpfen – dieses Wesen scheint wirklich von einem anderen Stern!« Das ganze Ensemble sieht sie bei Quintana »großartig geführt«. Auch die »skurrilen Choreografien« von Ute Raab und das »atmosphärische Bühnenbild« von Henrike Engel seien »wunderbar anzusehen«.


Stückinfos

Premiere: 16.03.2019
Spieldauer: 2 h 40 min / eine Pause


Mitwirkende

Regie: Alejandro Quintana
Bühne und Kostüme: Henrike Engel
Choreografische Mitarbeit: Ute Raab
Choreografische Assistenz: Yamile Anaid Navarro Luna
Dramaturgie: Johannes Frohnsdorf, Michael Kliefert

Hase / Stimme: Anne Kies
Bébert: Benjamin Petschke
Papa: Matthias Winde
Mama: Verena Blankenburg
Ministerpräsident: Hans Burkia
Jeannot: Johannes Geißer
Marie: Ulrike Gronow, Manuela Stüßer
Lucie: Laura Bettinger
Gérard, ihr Verlobter: Marcus Ostberg
Frau Duperri: Ute Schmidt
Fernsehsprecher: Markus Seidensticker
Polizist 1: Jakob Köhn
Unteroffizier / Hervé, Sohn von Frau Dupperi / Hervette / Polizist 2:
Kleiner Soldat: Marie Luise Stahl