Ein Wiesel saß auf einem Kiesel

Eine theatralische Entdeckungsreise mit Christian Morgenstern

Die deutsche Literatur kennt viele Grübler, aber nur wenige Spaßvögel. Christian Morgenstern war so einer. Sein berühmtestes Gedicht »Fisches Nachtgesang« kam ohne Worte aus. Nur Hebungen und Senkungen. Das reine Staunen! Dieser Meister des Paradoxen brachte mit Hilfe der Sprache Dinge zusammen, die sich in Wirklichkeit nie begegneten. Seine größte Gabe war der Reim. »Sie falten die kleinen Zehlein, die Rehlein.«

Jede Menge Fantasiewesen durchgeistern sein Werk: Neben dem raffinierten Wiesel schuf der Weltenlauferkunder Morgenstern (1871–1914) zahlreiche Gedichte, Dramolette und Aphorismen. Unsterblicher Nonsens, gepaart mit tiefer Weisheit und Ironie, war sein Erfolgsrezept. Viele seiner Zeilen wurden zu geflügelten Worten. Dadurch ist er vielleicht bis heute der bekannteste unbekannte Autor der deutschen Literatur.

Mit dem Morgenstern-Abend setzen wir unsere Reihe der großen humoristischen Wortakrobaten im Schminkkasten fort. Die Inszenierung ist der dritte Streich vom Künstlerduo Stillmark/Pfüller an diesem Ort. Lassen Sie sich vom Dichter mit dem schönen Namen in die fantastischen Bereiche des Lebens entführen. Eine Atmosphäre der Heiterkeit durchströmt seine originellsten Werke. Morgenstern selbst verstand seine Dichtung als Schutz gegen das spießige Bürgertum: »Es gibt nur eine Rettung: Vor dem Ekel muss man sich mit Lachen schützen.«

 

Wir danken Optik Seemann (Rudolstadt) für die Unterstützung beim Werbefoto.


Pressestimmen


Kritik aus der Ostthüringer Zeitung (Auszüge)
20.11.2017, von Ulrike Merkel

Als eine Inszenierung, die ganz auf die “rezitatorischen Fertigkeiten” der drei Schauspieler setzt, beschreibt OTZ-Kritikerin Ulrike Merkel den Morgenstern-Abend in der Regie von Alexander Stillmark. Jedes Gedicht und jede Geschichte entwickelt er als “kleine Szene” und versteht es, die “Zeilen des Dichters neu zu entdecken”. Die Textzusammenstellung beschreibt Ulrike Merkel als “beinah zufällig zusammengewürfelt”, welche vor allem vom Bühnen- und Kostümbild (Volker Pfüller) zusammengehalten werde.

Link zur kompletten Kritik


Stückinfos

Premiere: 18.11.2017
Spieldauer: 1h 50 min / eine Pause
Spielort: Rudolstadt, Schminkkasten


Mitwirkende

Bühne und Kostüme: Volker Pfüller
Regie: Alexander Stillmark
Musik und musikalische Einstudierung: Thomas Voigt
Dramaturgie: Michael Kliefert

Am Klavier: Thomas Voigt
Spielensemble: Hans Burkia, Jochen Ganser, Marie Luise Stahl